Nach einer Umfrage der staatlichen Förderbank rechnen kleinere und mittlere Unternehmen mit weniger Auszubildenden im aktuellen Lehrjahr. Jeder fünfte Betrieb ging bei der Befragung davon aus, weniger Azubis als bisher zu beschäftigen. Nur 13 Prozent wollten mehr Lehrlinge einstellen. Zwei Drittel rechneten mit konstanten Zahlen. An der Erhebung in der ersten Jahreshälfte nahmen Verantwortliche von mehr als 10.000 Unternehmen teil. Zwischen 2017 und 2018 war die Zahl der Azubis bundesweit noch leicht um 1,2 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelt hatte. Nun seien die Vorzeichen andere, sagte KfW-Ökonom Leifels. Die duale Berufsausbildung kehre zu ihrem langfristigen Trend zurück, „der durch sinkende Schülerzahlen und steigende Studierneigung klar negativ ist“.Eine Ausbildung ist für die Arbeitgeber kostspielig: Wie teuer genau, sei je nach Branche unterschiedlich, doch im Schnitt zahle der Betrieb immer drauf, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Nach der aktuellsten Kosten-Nutzen-Rechnung des Bundesinstituts für Berufsbildung (bibb) für das Ausbildungsjahr 2012/13 trägt ein Betrieb pro Azubi jährlich Kosten von etwa 18.000 Euro – zugleich erwirtschaftet der Lehrling rund 12.500 Euro. Das summiert sich bei drei Ausbildungsjahren auf Kosten von etwa 16.000 Euro.Der Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sieben von Zehn Beschäftigten arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen. Auch als Ausbilder sind sie enorm wichtig: 90 Prozent der betrieblichen Lehrlinge arbeiten im Mittelstand. (dpa)