SUNAL war bekannt für seine Slapstick-Komödien und die Charaktere, die er in Filmen porträtierte, die an Naivität grenzten. Einer der Hauptgründe, warum Sunal vom Kinopublikum geliebt wurde, ist, dass die Filme einen augenzwinkernden Kommentar zu soziologischen, sozioökonomischen und politischen Entwicklungen der 1970er und 1980er Jahre lieferten. Obwohl Sunal als „der lachende Mann“ bekannt war, beschrieb er sich 1985 in einem Interview als „einen kalten Mann, der mit sehr wenigen Leuten redet“ und fügte hinzu, dass er Ordnung in seinem geschäftlichen und sozialen Leben schätze. Für viele Kino- und TV-Zuschauer wird Kemal Sunal für immer mit seiner ersten großen Rolle in Verbindung gebracht werden: als die des tolpatschigen, aber gutmütigen Saban in der „Hababam Sınıfı“, der „chaotischen Klasse“, der gemeinsam mit seinen Freunden in der Oberstufe einer Privatschule allerlei Schabernack trieb. Diese Filmreihe, wo er an der Seite von anderen türkischen Filmgrößen wie Tarık Akan oder Adile Nasit spielte, ist für immer in die Film-Annalen eingegangen – und wird auch heute noch regelmäßig im TV gebracht. Mit der Schule ließ sich Kemal Sunal reichlich Zeit. Das lag nicht etwa an mangelnder Intelligenz oder Faulheit, sondern „an dem Unfug, den ich trieb“, wie er selbst einmal sagte. Im Jahr 1995 absolvierte Sunal mit einem B.A. in Radio, Fernsehen und Kino an der Marmara Universität und hängte seinen Master-Studiengang dran. „Ich habe einen vierjährigen Marathon in 27 Jahren beendet“, scherzte Sunal in seiner Abschlussrede an der Marmara Universität. „Die Türkei braucht Leute, die immer lesen. Deshalb lese ich weiter.“ Seine Masterarbeit war eine Untersuchung seiner eigenen Werke, die 82 Filme umfasste. Sunals Familie veröffentlichte später seine Doktorarbeit unter dem Titel Kemal Sunals Komödie in Theater und Kino. Am 3. Juli 2000 starb der berühmte Schauspieler im Flugzeug plötzlich an einem Herzinfarkt im Alter von 56 Jahren. Er war auf dem Weg in die türkische Schwarzmeerprovinz Trabzon, um mit den Dreharbeiten zu seinem 83. Film, Balalayka (Balalaika), zu beginnen. Sunal wurde auf dem Zincirlikuyu-Friedhof in Istanbul beigesetzt. (Hürriyet.de)

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